Nachgedacht

Hört mir zu, ihr vom Hause Jakob und alle, die ihr noch übrig seid vom Hause Israel, die ihr von mir getragen werdet von Mutterleibe an und vom Mutterschoße an mir aufgeladen seid: Auch bis in euer Alter bin ich derselbe, und ich will euch tragen, bis ihr grau werdet. Ich habe es getan; ich will heben und tragen und erretten.

Jesaja 46,3.4

Welches Lied, welche Melodie wollen wir in diesem Jahr als Erstes anstimmen? Ein Klagelied? Ein Loblied? Eine Dankesmelodie? Doch selbst wenn wir ein Loblied singen, ist das noch kein Beweis dafür, dass uns auch zum Loben und Danken zumute ist. Oft überwiegt doch das Jammern und Klagen! Das Klagen, dass wir nun wieder ein Jahr älter geworden sind, dass es mit unserer Gesundheit gar nicht zum Besten steht, dass wir immer einsamer werden. Ich könnte noch vieles aufzählen, und vielleicht setzt der eine oder andere in seinem Herzen die Liste fort.

Der Vers vier hat nur wenige Worte, aber sie können und sollen uns froh machen. Gott hat sie seinem Volk durch den Mund des Propheten Jesaja sagen lassen. Sie gelten auch uns im Jahr 2007, denn Gottes Treue ist unwandelbar. Gott will uns tragen bis ins Alter. Wie können wir angesichts dieser Zusage noch traurig, mürrisch oder verzagt sein?

Das Wunderbare ist, dass keiner von diesem Versprechen ausgeschlossen wird. Keiner – selbst wenn er Schuld auf sich geladen hat (wie wir alle). Das Versprechen Gottes gilt! Vielleicht sagst du: „Das mag alles gut und schön sein, aber mein Leiden wird dadurch nicht besser.“ Gott will dich tragen, das heißt: Er will dein Leiden mit dir tragen. Viele haben das erlebt. Wenn Gott mit trägt, dann gibt er auch Kraft und Geduld zum Tragen, sodass dein Leiden leichter und erträglicher wird. Er will „heben“, dich herausheben aus deinen Sorgen, wenn du dich von ihm heben und tragen lässt. Wenn du dich nicht von ihm abwendest; wenn du in deinen schlaflosen Nächten zu ihm betest; wenn du dir seine Verheißungen ins Gedächtnis rufst; dann kannst du es erleben, dann wirst du es erleben: Es ist wirklich wahr, was Gott uns verheißen hat. „Ich will heben und tragen.“

Aber es gibt noch eine dritte Verheißung: „Ich will erretten.“ Dafür ist Jesus Christus gestorben, damit du, in Frieden mit Gott versöhnt, nach seiner Wiederkunft in alle Ewigkeit bei ihm sein kannst.

Gerhard Mellertor

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